Akustikus-Neurinom
gutartiger Tumor am Hörnerv
Angiographie
Röntgenuntersuchung der Blutgefäße (z.B. bei pulssynchronen Ohrgeräuschen)
Audiogramm
(lat audire = hören; gr. gramma = Aufzeichnung) Grafische Darstellung des Ergebnisses einer Hörprüfung
Audiologie
Wissenschaft vom Hören und der Hörwahrnehmung
BERA
objektive Hörprüfung, Hirnstammaudiometrie, um die Nervenleitgeschwindigkeit zu überprüfen
Cerumen
Ohrschmalz ist ein normaler und physiologischer Bestandteil des äußeren Ohres und kein Schmutz! "Reinigung" mit Wattestäbchen stört die Selbstreinigung des Ohres, kann damit zur Bildung eines Ohrschmalzpfropfes - auch eine Ursache von Tinnitus! - und selbst zu Verletzung von Gehörgang und/oder Trommelfell führen
Computer-Tomographie (CT)
Röntgendiagnostisches, computergestütztes Verfahren
Dekompensation
(dekompensieren = nicht ausgleichen) Dieser Begriff wird dann gebraucht, wenn das Leiden am Tinnitus nicht mehr ausreichend verarbeitet werden kann, und es zu einer fortschreitenden Einschränkung der Lebens- und Arbeitsfähigkeit kommt.
Frenzelbrille
Beleuchtete Lupenbrille, die der Arzt dem Patienten aufsetzt, um die feinen ruckartigen Augenbewegungen (Nystagmus) z.B. beim Menierschen Schwindelanfall besser sehen zu können.
Hörnerv
Der Hörnerv verbindet das Hörorgan in der Schnecke des Innenohres mit dem Gehirn. Er verläuft gemeinsam mit dem Gleichgewichtsnerv, der von den Gleichgewichtsorganen des Innenohres kommt.
Hörsturz
Plötzlich auftretender Hörverlust auf einem oder (selten) beiden Ohren. Oft begleitet von Ohrgeräuschen und/oder Schwindel, wobei der Schwindel gewöhnlich nur vorübergehend ist und nicht im Vordergrund der akuten Beschwerden steht.
HBO (Hyperbare Oxigenation)
Überdruck-Sauerstofftherapie.
Hyperakusis
ist eine Überempfindlichkeit gegenüber Höreindrücken und entsteht durch eine Änderung der zentralen Verarbeitung von Hörinformationen. Dabei kann das Innenohr völlig intakt sein. Die Hyperakusis kann sich z.B. durch eine Behandlung mit Geräuschgeneratoren wieder normalisieren.
Infusionen
Um allgemein Durchblutungsstörungen zu bekämpfen, wurden eine ganze Reihe von Mitteln entwickelt, die die Blutgefäße erweitern sollen. Ob diese gefäßerweiternden Mittel am Innenohr ausreichend wirken, ist bislang nicht bewiesen. Bei heute gängiger Infusionsbehandlung wird meist eine Kombination von gefäßerweiternden Mitteln und solchen gewählt, die die Fließeigenschaft des Blutes verbessern. Meist wird auch Kortison zugesetzt.
Kernspin-Tomografie (KST) oder Magnetresonanz-Tomografie (MRT)
Im Gegensatz zu computertomografischen Röntgenverfahren erfolgt dabei keine Strahlenbelastung des Organismus, sondern es wird diejenige Energie gemessen, die unter dem Einfluss eines von außen angelegten, starken Magnetfeldes und den durch einen kurzen Hochfrequenzimpuls angeregten Kernspin der Atome des Organismus aus dem Körper in Form elektromagnetischer Wellen austritt. Geringe Veränderungen am Gehirn und an den Kopfnerven können sichtbar gemacht werden, z.B. ein kleines Akustikus-Neurinom.
Morbus Meniere (Meniersche Krankheit)
Diese Krankheit ist charakterisiert durch Druckgefühl im Ohr, Drehschwindel und Erbrechen, verbunden mit Ohrgeräuschen und Hörminderung auf dem befallenen Ohr. Die Anfälle treten in der Regel wiederholt auf, wobei der Abstand stark variiert.
lm schlimmsten Fall werden die Zeitintervalle immer kürzer, ohne dass sich das Gehör und das Gleichgewichtsorgan zwischendurch komplett erholen können.
Die genaue Ursache dieser Krankheit ist nicht bekannt. Die Symptome entstehen wahrscheinlich durch Zerreißung einer Membran im Innenohr. Es kommt dadurch zu einer Vermischung von Flüssigkeiten, die unterschiedlichen Elektrolyt-Gehalt haben. Die Schwindelanfälle können sich durch Druckgefühl im Ohr ankündigen, treten aber häufig ohne Ankündigung auf.
Noiser, siehe auch Rauschgeräte
Als Noiser wird das Gerät jedoch nicht zur Verdeckung des Geräusches eingesetzt, sondern dient nur der Kontrastminderung. In der Tinnitustherapie ist dieser Einsatz des Rauschgenerators in der Regel erfolgreicher als die Maskierung
Otosklerose
Versteifung der Fußplatte des Steigbügels, so dass sie nicht mehr schwingen und den Schall vom Mittelohr ins Innenohr weiterleiten kann. Dadurch entsteht eine Schallleitungsschwerhörigkeit später auch eine Innenohrschwerhörigkeit. Otosklerose kann zur Taubheit führen, wenn sie nicht operiert wird.
Phonophobie
Einige Menschen mit Hyperaksis leiden auch unter Phonophobie. Das bedeutet, dass sie sich buchstäblich davor fürchten, einem bestimmten Geräusch ausgesetzt zu sein, dies meist in dem Glauben, es könne dem Gehör Schaden zufügen. Oftmals betrifft dies ganz normale Umweltgeräusche wie Verkehrslärm, Küchengeräusche, Türknallen oder sogar Stimmen, die aber in der Regel keine Lautstärke haben, die tatsächlich schadet. Bei Phonophobie erzeugen bestimmte komplexe Geräusche ein Unbehagen, bedingt durch die ihnen zugemessene Bedeutung und Zuordnung, hingegen können andere Geräusche (wie Musik), die man mag, selbst bei weit höheren Lautstärken toleriert werden. Wenn eine Widersprüchlichkeit in diesem Ausmaß vorliegt oder unterschiedliche Geräusche Unbehagen erzeugen, könnte es sein, dass Phonophobie vorliegt.
Phonophobie kann zu Hyperakusis (durch Veränderungen in der zentralen Hörverarbeitung). Umgekehrt kann aber auch Hyperakusis zu Phonophobie führen. Recruitment kann zusätzlich bestehen.
Presbyakusis
Altersschwerhörigkeit. Der Hörverlust beginnt meist allmählich und weitgehend symmetrisch im Hochtonbereich.
Rauschgeräte, Rauschgeneratoren, Noiser
Als Noiser bezeichnet man Rauschgeräte, die ein sogenanntes "weißes Rauschen"
erzeugen. Dieses Rauschen wird wegen seiner Gleichmäßigkeit nicht als störend empfunden. Es wirkt neutral und ist weder mit positiven noch negativen Gefühlen verknüpft. Bei der klassischen Maskierung wurde versucht, das Ohrgeräusch mit einer entsprechend hohen Lautstärke des Maskers völlig zuzudecken. Beim Einsatz von Rauschgeräten in der Tinnitusretrainingtherapie wird die Lautstärke jedoch nur so hoch eingestellt, dass das Ohrgeräusch gerade noch wahrgenommen werden kann.
Recruitment
Rrecruitment ist ebenfalls eine Überempfindlichkeit gegenüber Lärm. Diese ist hierbei aber durch eine Schädigung des Innenohres bedingt und nicht rückgängig zu machen.
Schwindel
Schwindel hat vielfältige (bis zu 362 unterscheidbare) Ursachen, wird jedoch sehr oft ähnlich erlebt. Für die Therapie ist es unerlässlich, den Menierschen Schwindel von psychogenen Schwindelzuständen zu unterscheiden.
Tinnitus
Als Tinnitus bezeichnet man die Wahrnehmung von Geräuschen im Kopf oder in den Ohren ohne das Vorhandensein einer Geräuschquelle außerhalb des Körpers.
Es wird unterschieden zwischen dem subjektiven Kopf- oder Ohrgeräusch, das nur der Betroffene hört, dem eigentlichen Tinnitus, und dem extrem seltenen objektiven Kopf- oder Ohrgeräusch, das auch für den Nichtbetroffenen hörbar ist.
Tinnitus-Bewältigungs-Therapie/Training
Bei chronischere Tinnitus besteht nach heutigem Wissen die wirksamste Therapie in der Hilfe bei der Bewältigung des Ohrgeräusches. Man weiß, dass der Leidensdruck bei chronischem Tinnitus nicht von Lautstärke oder Art des Geräusches abhängt, sondern von der Aufmerksamkeit, die man ihm schenkt. Bei Menschen, die unter Ohr-/Kopfgeräuschen leiden, bleibt die Aufmerksamkeit an den Ohrgeräuschen haften. Meist sind Sorgen, Ängste, aber auch Ärger damit verbunden, sodass Anspannung und Stress permanent zunehmen. Und an diesem Punkt setzt die Tinnitus-Bewältigungshilfe an. Sie wird in der Regel in Gruppen durchgeführt.
Tinnitus-Retraining-Therapie
Audiologische Therapie aus den angelsächsischen Ländern (Großbritannien, USA), bei der Tinnitus-Patienten mit aufklärender Beratung und gegebenenfalls Noisern behandelt werden. In Deutschland sind Erfahrungen aus dieser Therapieform weiterentwickelt und in die hier schon traditionelle Hörtherapie integriert worden.
Tonaudiometrie
Prüfung des Gehörs mit Tönen. Die Prüftöne sind physikalisch reine Sinustöne und werden in einem Tongenerator erzeugt, der Teil von einem Audiometer ist. Die Prüftöne werden über Kopfhörer oder über einen Vibrator hinter dem Ohr (Knochenleiter) auf ein Ohr gegeben und aus dem Unhörbaren allmählich verstärkt, bis der Patient sie gerade eben hören kann (Hörschwelle).